Hunderte französische Supermärkte getroffen: Angreifer kapern Danfoss-Kühlsteuerungen

In der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober 2026 übernahmen Angreifer Danfoss-Kühlsteuerungen in französischen Supermärkten und ließen Kühlregale und Tiefkühler aufheizen. CERT-FR warnt vor kompromittierten Danfoss-AK-SM- und AK-SC-Geräten; Les Mousquetaires melden 300 betroffene Intermarché- und Netto-Filialen, Coopérative U weniger als hundert.

Was passiert ist

In der Nacht von Sonntag, 11., auf Montag, 12. Oktober 2026, wurden Kühlanlagen in Hunderten französischen Supermärkten aus der Ferne manipuliert. Am 12. Oktober veröffentlichte CERT-FR die Warnung CERTFR-2026-ALE-012: Die Behörde hat mehrere Kompromittierungen von Danfoss-AK-SM- und AK-SC-Systemen festgestellt, also der Steuerungen für Kühlräume, Kühlregale und Tiefkühler, und verweist auf Verwaltungsoberflächen, die aus dem Internet erreichbar waren.

Die Gruppe Les Mousquetaires teilte BFMTV mit, dass 300 Intermarché- und Netto-Filialen betroffen sind; der Angriff habe offenbar einen Dienstleister getroffen, der die Kühlsysteme der Märkte verwaltet. Coopérative-U-Chef Dominique Schelcher bestätigte den Angriff öffentlich; laut BFMTV sind weniger als hundert U-Märkte betroffen. Nach Angaben von 01net hat die Pariser Staatsanwaltschaft die Ermittlungen dem nationalen Amt für Cyberkriminalität (OFAC) übertragen, das auch gemeldete Brandausbrüche prüft. Laut BFMTV wurde die ANSSI vom Premierminister eingeschaltet.

Wie der Schaden entstand

Laut von BFMTV zitierten Branchenquellen erzwangen die Angreifer einen Dauer-Abtauzyklus mit einem Sollwert von 50 °C, sodass die Möbel stundenlang heizten. Viele Märkte mussten Tiefkühl- und Frischware entsorgen; BFMTV nennt 270.000 Euro Schaden allein für zwei Filialen im Elsass. Laut 01net erklärte Danfoss, die meisten betroffenen Programme seien veraltet und erhielten keine Sicherheitsupdates mehr; mehrere Medien nennen Firmware-Versionen vor 4.

Was jetzt zu tun ist

  1. Erfassen Sie alle Gebäudesteuerungen (Kälte, Klima, Energie) und fragen Sie Ihre Dienstleister nach der jeweiligen Firmware-Version.
  2. Prüfen Sie die Internet-Erreichbarkeit: Scannen Sie Ihre öffentlichen Adressbereiche (etwa mit nmap -Pn) und suchen Sie nach 3G/4G-Routern oder Fernwartungsboxen, die ein Dienstleister installiert hat.
  3. Trennen oder filtern Sie die AK-SM- und AK-SC-Oberflächen, wie CERT-FR empfiehlt; ist Fernwartung nötig, erlauben Sie nur die IP-Adressen des Dienstleisters oder ein VPN.
  4. Bei Verdacht auf Kompromittierung folgen Sie CERT-FR: Zugang auf autorisierte Dienstleister beschränken, Werksreset, alle Patches einspielen, alle Passwörter ändern, Konten prüfen, Konfiguration neu aufbauen.
  5. Ersetzen Sie Steuerungen ohne Support und erstatten Sie Anzeige, falls Sie betroffen sind.

Unsere Einschätzung

Eine Kühlsteuerung ist auch ein Server: mit Betriebssystem, Konten und Weboberfläche. Geräte, die ein Dienstleister an der IT vorbei installiert, gehören trotzdem ins Inventar, müssen gepatcht werden und dürfen nicht offen im Internet stehen. Sonst kostet eine vergessene Box mehr als ein gehackter Webserver.

Quellen

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